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Es geht für mich in diesem Projekt nicht um die Klischees rund ums Alter. Ich denke nicht, dass ältere Menschen immer klug und weise sein sollen, oder dass sie immer viel Erfahrung mit sich bringen müssen.  Mit dem «Platz machen» für dieses Thema will ich ein Raum für kollektive Demut schaffen. Weill ich denke, dass, wenn wir nicht bewusst Platz in unsere Mitte fürs Schwache machen können, all unsere Erfolge und unser Können nichtig und hohl sind.

Wie ich unsere Gesellschaft heute wahrnehme, streben wir nur nach dem Schönen und Süssen, was wiederum zur Gefühllosigkeit führt.  Das Alter ist aber eben nicht süss oder wirklich schön und wird deswegen mit allen Mitteln bekämpft und zu Vergessenheit verdammt.  Was dabei oft vergessen wird, ist dass wir alle einmal alt und zerbrechlich werden, und dass es ohne Zerbrechlichkeit in einer Gesellschaft keine wahrhaftige Stärke gäbe.   

Konzept:

Das Projekt wird in verschiedenen Etappen durchgeführt:  

  • Bei einem oder mehreren Besuchen von verschiedenen Altersheimen/ WGs werde ich deren Bewohner portraitierten, und falls möglich auch ein Gespräch mit ihnen führen. Die Portraits werden mit Bleistift auf Papier gefertigt.

  • 10-15 ausgewählte Portraits werden dann bearbeitet und von einem anderen Künstler in traditionell handwerklicher Manier zu Druckplatten in Holz geschnitzt

  • Diese Portraits werden dann auf ähnliche Art 3-4 farbig auf Papier gedruckt.

  •  Diese Serie wird dann digitalisiert und zu grossen Transparenten bearbeitet.

  •  Diese Transparente werden an verschiedenen Gebäudefassaden in der Stadt Zürich aufgehängt.